Verhütungsmittel
Unsere Übersicht über verschiedene Verhütungsmethoden dient als allgemeine Information und Orientierung. Sie zeigt auch, wie sicher die Verhütungsmittel sind: Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die eine bestimmte Methode ein Jahr lang anwenden, in diesem Zeitraum durchschnittlich schwanger werden.
Die Pille, Kondome, Hormonpflaster, Spiralen – die Auswahl an Verhütungsmitteln ist groß. Da die Anforderungen an die Verhütung sehr unterschiedlich sind, ist das gut so. Gesundheitsfaktoren, Sicherheitsbedürfnis, Familienplanung und Lebenssituation beeinflussen die Wahl ebenso wie individuelle Anwendungsvorlieben. Grundsätzlich muss die richtige Verhütungsmethode immer gemeinsam mit einem Gynäkologen gefunden werden.
Verhütungsmittel ohne Hormone
Der Zyklus wird beobachtet, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Zwei Verhütungsmethoden möglich:
Symptothermale Methode
Kombiniert die Bestimmung der Aufwachtemperatur mit der Beobachtung des Zervixschleims (Schleim vom Gebärmutterhals). Ziemlich sicher (Pearl-Index 0,4 bis 2,3). Zykluscomputer können bei der Dokumentation und Auswertung der Messergebnisse helfen. Es gibt auch spezielle Hormoncomputer, deren Funktion auf der Analyse von Urin basiert.
Temperaturmethode
Messen Sie die Körpertemperatur jeden Tag nach dem Aufwachen an derselben Stelle. Wenn Messfehler vermieden werden, ist es ziemlich sicher (Pearl-Index 0,8 bis 3).
Diaphragma & Verhütungskappen
Wird mit Hilfe eines Spermizids in die Vagina eingeführt, sitzt direkt über dem Gebärmutterhals und verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Die Größe wird individuell vom Arzt angepasst. Die Verhütungskappe ist kleiner als das Diaphragma, Pearl-Index: 1 -20 (Diaphragma), für die Verhütungskappe gibt es keinen klaren Pearl-Index.
Spermizid
Chemische Verhütungsmethode, erhältlich als Gel, Creme, Zäpfchen oder Gelée. Pearl-Index: 3-21 > nicht sehr zuverlässig, spermizide können die Sicherheit von Kondomen verringern.
Sterilisation
Medizinischer Eingriff ist eine endgültige Form der Verhütung, z. B. wenn die Familienplanung abgeschlossen ist. Sowohl Männer (Pearl-Index 0,1) als auch Frauen (Pearl-Index 0,2 bis 0,3) können sterilisiert werden.
Kondome
Zur Verhütung verwendet, schützen sie vor übertragbaren Krankheiten wie HIV/AIDS oder Hepatitis B. Es gibt Frauen- und Männerkondome. Pearl-Index: 2 -12 (Männerkondom), 5 -25 (Frauenkondom) > nicht so sicher wie hormonelle Verhütung.
Verhütungsmittel mit Hormonen
Pille
Die Antibabypille ist das einzige Verhütungsmittel, bei dem Hormone in Tablettenform eingenommen werden. Kombinationspräparate: Diese Pille (Pearl-Index: 0,1 bis 0,9) enthält Östrogen und Gestagen. Wichtig: tägliche Einnahme der Pille.
Mögliche Nebenwirkungen: Brustspannen, Zwischenblutungen, erhöhtes Thromboserisiko. Minipille/Mikropille (Monopräparat) enthält den Wirkstoff Gestagen. Die Pille wird täglich zur gleichen Zeit eingenommen, sonst ist kein Verhütungsschutz gewährleistet (Pearl-Index: 0,14 bis 3). Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie Durchfall oder Erbrechen können die Wirkung der Pille generell beeinträchtigen.
Hormonspirale
Die Spirale kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben und gibt ständig kleine Mengen Gestagen ab. Dies bewirkt Veränderungen in der Gebärmutter und kann so eine Schwangerschaft verhindern. Sehr sicher (Pearl-Index 0,16). Nebenwirkungen: Schmierblutungen und Zwischenblutungen, Brustspannen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme.
Hormonpflaster
Die Verhütungsmethode enthält eine Östrogen-Gestagen-Kombination. Sie verhindert den monatlichen Eisprung und muss 1 x pro Woche gewechselt werden. Hoher Schutz vor einer Schwangerschaft (Pearl-Index 0,72 bis 0,9). Nebenwirkungen: Hautreizungen, Brustspannen, Zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen.
Hormonstäbchen
Der Kunststoffstab wird in einem kleinen Eingriff unter die Haut am Oberarm eingesetzt, kann bis zu drei Jahre dort bleiben, das enthaltene Gestagen verhindert den monatlichen Eisprung, sehr sicher (Pearl-Index 0 bis 0,08). Nebenwirkungen: unregelmäßige Menstruation, Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen.
Kupferkette
Dies ist eine Weiterentwicklung der Spirale und wird ebenfalls in die Gebärmutter eingesetzt. Er kann bis zu fünf Jahre dort bleiben. Die Kupferkette ist eine sehr sichere Methode (Pearl-Index: 0,1–0,5). Nebenwirkungen: Schmierblutungen oder verstärkte Blutungen zu Beginn.
Vaginalring
Sie besteht aus Kunststoff. Anwendung: Sie wird wie ein Tampon eingeführt und verbleibt 21 Tage dort. Sie gibt Gestagen und Östrogen ab und verhindert den Eisprung. Sehr zuverlässig (Pearl-Index: 0,4 bis 0,65). Nebenwirkungen: Brustspannen, sexuelle Unlust, Zwischenblutungen.
Dreimonatsspritze
Diese hormonelle Verhütungsmethode enthält eine sehr hohe Dosis an Gestagen. Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze: starke Beeinträchtigung des Hormonhaushalts und negative Auswirkungen auf die Knochendichte. Die Spritze wirkt zwölf Wochen lang; hohe Sicherheit (Pearl-Index 0,2 bis 1,4).